Der Medicinal-Sect | |
Der „Medicinal-Sect“: Früher gab es Sekt auf Krankenschein
In der Vergangenheit war es erlaubt, Sekt als Getränk mit gesundheitsfördernder Wirkung zu bewerben. Dies ist heute vor der Hintergrund der Werbebeschränkungen bei alkoholischen Getränken nicht mehr zulässig. Bis in die 1950er Jahre verordneten jedoch berühmte Ärzte wie der Chirurg Ferdinand Sauerbruch ihren Patienten nach operativen Eingriffen gezielt „Medicinal-Sect“, um die Genesung zu unterstützen.
Neben einer Vielzahl von Mineralien und Spurenelementen ist ein lange gereifter Sekt reich an wertvollen organischen Bestandteilen. Er enthält wertvolle Enzyme, die nicht nur aus den Trauben stammen, sondern durch den Stoffwechsel der Hefen entstanden sind, die den Zucker zu Alkohol vergären. Im Sekt tummeln sich außerdem Mineralsalze, Natrium, Kalzium, Magnesium und Spuren von Vitaminen der Gruppe B. Nicht zuletzt deshalb schrieb man Sekt in der Vergangenheit eine therapeutische Wirkung zu.
Professor Heinrich Kliewe bemerkte, dass Sekt „bei akuten Fällen von Herz- und Kreislaufschwäche, bei Lungenentzündung und hoch-fieberhaften, ansteckenden Krankheiten mit großem Vorteil getrunken werden kann.“

Kessler-Werbemotiv aus dem Jahr 1910. Die Sektsteuer wird hier ironisch auf die Schippe genommen, indem die über diese finanzierten Großkampfschiffe der „Fürchtenicht“-Klasse als schwimmende Sektflaschen dargestellt werden.
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